Cape Epic News – Stage 3, 4 und 5

Hallo hier sind die „Well done Boys“.
Das ist nett gemeint und ist auch toll, aber das hört man hier recht oft :).

Stage 3

Der Gröblandberg !
Wecker wie gewohnt sympathisch. Benny fragt mich: „Armlinge und Unterhemd?“
„Alter wir sind in Afrika – bist du blöd? Lass alles hier!“

Warmfahren und schon geht’s los. Um 7 Uhr starten wir an der kalten See in Richtung Grönlandberg.

Der Aufstieg erinnert etwas an die Alpen, jedoch ist dieser völlig verbockt und die Etappe rollt genau gar nicht! Es ist wie Rolle fahren gewesen und bedeutete für mich: ohne Hilfe von Benny den Berg selbst erklimmen.

Ab der Hälfte des Bergs hat es dann begonnen zu regnen – bei ca 10 Grad im Nebel. Ich hörte nur von hinten „Bist du blöd … Afrika …“ 😂

Nach dem Erklimmen des Bergs ging es im Regen in die Abfahrt und es ist wirklich brutal gewesen. Hier haben im Laufe des Tages viele Blut und Tränen gelassen.

Zum Schluss wurde es dann aber flowiger und wir wurden durch die Trails im Oak Valley für die Strapazen belohnt.

Zufrieden und ein paar Plätze verbessert, haben wir unsere Massage genossen. Anschließend wurde die Startzeit für den Time Trail am Folgetag gecheckt, um dann den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

.Stage 4:

Startaufstellung: die UCI-Men gingen zuerst ins Rennen.
Den Anfang machten die bislang langsamsten und den Abschluss die schnellsten Teams.
Wir waren als dritte dran. 42 Kilometer pures Trailballern und das ab 6:47 Uhr.
Die Panik allerdings im Nacken, weil wir der Elite der Welt nicht im Trail „rumstehen“ wollten.

Ich werde irgendwie nicht warm und der Druck ist spürbar. „Ich will keinen Schurter oder Fumic hinter mir haben und durch einen Fehler jemanden abschießen“, wir kämpften uns aber durch.

Genau in der Mitte kreuzte sich die Strecke dann in einem Bikepark. Nino und ich sind Kopf an Kopf in einer Steilkurve aneinander vorbei gefahren. Ein krasses Gefühl und beruhigend zugleich, weil ich wusste, dass er noch ca. 20 km Rückstand hatte.
Wir rollen 11 Minuten nach den geplanten 2 Stunden ins Ziel. Erleichterung.

Es zeigte sich, wenn Benny mir nicht helfen kann, fehlen mir locker 40-50 Watt.
Eine komische Stimmung im Ziel. Es ist nicht mein Tag gewesen und es tat mir leid, dass ich den „kleinen“ so gebremst habe. Naja, wenigsten haben wir die Platzierung gehalten.

Nun duschen und chillen!
Nächster Termin war dann die Massage und im Anschluss nur noch essen, schlafen und Radvideos schauen. Recovery eben. :-)

Stage 5

Königsetappe!

Wir haben viel über diese Etappe gehört. Vorallem dass sie brutal technisch sein soll. Trails wurden in den Abfahrten gesperrt, weil sie einfach zu krass waren. Zudem sollte es sehr heiß werden. Am Schluss ging es nur noch auf und ab.

Das Gefühl am Morgen ist nicht so positiv gewesen. Der Tag zuvor hat viele Fragen hinterlassen. Die Psyche spielt eine enorme Rolle. Wenn du nichts Gutes erwartest wirst du auch nichts Gutes bekommen? Und dann auch noch auf der Königsetappe, in Afrika bei 26-34 Grad. Mit dem Rad von Oak Valley nach Sellenbosch im brutalsten Gelände.

Start! Der erste Berg und ich stehe wie ein Eimer. Nichts geht! Ich dreh durch und rufe nur „SCHEI**“! Benny beruhigt mich durch gutes Zureden.

Im ersten Downhill nach 8 km sitzt Jochen Käß am Boden. Er hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Wir stoppen um zu fragen, ob wir helfen können aber Daniel Geismayr hat uns durchgewunken! Gute Besserung an der Stelle!

Sollten die Leute recht behalten? Wird es tatsächlich so hart? Ja! Wird es!

Es rollt überhaupt nicht und jede Sekunde muss man wach sein! Bei Kilometer 45 löst sich der Knoten und ein Atackemodus stellt sich endlich ein. Der Express läuft an. Wir machen bis Kilometer 70 richtig viel Zeit gut.
Den Switchback haben wir nicht richtig erwischt. Ein leichter Sturz, aber nichts passiert – weiter geht’s. Den Water Point haben wir durch den Sturz nicht richtig auf dem Schirm gehabt und uns auch noch zu wenig verpflegt. Kilometer 78-85 km können mit Durst sehr lang werden.
Ich falle tatsächlich fast vom Rad! Benny hilft mir, hängt aber selbst mit Durst am Lenker und rutscht dann noch in einer Kurve mit dem Vorderrad aus. Glücklicherweise auch nicht wild. Dann endlich der Water Point. Ziel in Sicht! 10 km Fullgazzz!
Wir hatten uns für heute ein Limit vo 6-7 Stunden gesetzt.

Am Ende waren es 5:58 Stunden und damit kam dann auch das gute Gefühl zurück.
Wir liegen uns in den Armen! 2 Plätze haben wir gut gemacht und so ging der Tag glücklich zuende – Morgen geht es weiter!

Attacke nach Deutschland !

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