Drei Länder; drei Tage 400 km und 800 Höhenmeter

DSC_0289Eine Gruppe von 25 Radsportlern machte sich auf, die Alpen zu erobern.
Darunter 13 ERGler.
Mit dabei war auch Werner Sauerwald auf seiner legendären Tretmühle.
Werner berichtet als Erster, was er und die Tretmühle erlebt haben.
Meine Begegnung mit den Alpen oder die Alb-Bodensee-Tour 2015

IMG_5996Dieses Jahr habe ich mich zur Teilnahme an der ABT entschlossen. Die Vorbereitung lief nicht so optimal, da ich Urlaubsbedingt im Mai wenig fahren konnte, auch aus beruflichen Gründen fielen geplante Trainingseinheiten aus.

Am 16.07. fuhren Max, Michael und ich gemeinsam los nach Memmingen. Hier trafen wir noch Ulf und Volker. Ulf hatte für diesen Tag eine kleine Runde (85 km und 765 Hm) mit Eisdielenstopp ausgearbeitet. Die jungen Rabauken legten auf dieser Runde solch ein Tempo vor, das ich nur hinterherhecheln konnte und mir beim Blick auf den Pulsmesser jedes mal schwindelig wurde.

Für die ABT sah ich schon schwarz, da wollte ich auf keinen Fall so rasen.

Tag 1 ABT, 116,3 km und 2247 Hm
Am nächsten Morgen fuhren wir dann gemeinsam zum Treffpunkt nach Wasserburg am Bodensee.

Einige Teilnehmer der Tour waren schon da, der Rest kam auch pünktlich bis zur Abfahrtszeit an.

Insgesamt waren es 25 Teilnehmer, davon (wenn ich mich nicht verzählt habe) 13 ERGler.

Das Gepäck für die Reise wurde verstaut, die Fahrräder wurden fertig gemacht, dann gab es noch ein paar Instruktionen vom Tourleiter Tobias und los ging es.

Von Wasserburg ging es am Bodensee entlang durch Lindau nach Bregenz. Bei mir rollte es ganz gut und schon fuhr ich einen halben km vor den anderen. Den Etappensieg gönnte man mir aber nicht und so wurde ich vom Hauptfeld vor der Österreichischen Grenze gestellt. So konnte ich mich wenigstens im Windschatten ausruhen. Die ersten 37 km waren mehr oder weniger flach, dann ging es von 550 Hm hoch zum Bödele auf 1150 Hm. Wie erwartet zog der ganze Tross an mir vorbei und ich befand mich am Ende des Feldes. Ich war aber nicht der Langsamste, Stefan, ein Guide,

war genauso langsam. Er fuhr auch immer am Ende des Feldes. Rolf und ich hatten uns sofort abgesprochen das immer einer von uns bei Ihm blieb, damit er sich nicht verfährt.

DSC_0170Oben am Bödele stand Marcel mit dem Bus und der Verpflegung, kurze Pause und weiter ging die Fahrt runter nach Dornbirn. Dann kam erstmal wieder ein Flachstück, zum Teil am Rhein entlang. Hier war das Tempo richtig flott und es machte Spaß so zu fahren. So ging es rein nach Lichtenstein bis Vaduz, hier kam der Anstieg zum Hotel in Malbun auf 1600 Hm.

Auf Höhe vom Schloß Vaduz wartete noch einmal Marcel mit Verpflegung und Getränken. Nun kamen die letzten 10 km die es in sich hatten. Immer bergauf, durch den Ort Triesenberg.

Danach kam ein kleiner Tunnel, der flach verlief. Etwas Erholung, dann waren es nur noch 3 Km bis zum Hotel. Nach gefühlten 10 km war ich aber immer noch nicht am Hotel. Mittlerweile regnete es leicht, dies machte mir aber nichts aus, nur die Tretmühle war sauer weil die Reifen nass wurden.

Irgendwann stand ich endlich vor dem Hotel, das waren die längsten 3 km meines Lebens.

So schlimm waren noch nicht einmal die 10 km am Passo Giau beim Dolomitenmarathon.

Ich schnappte mir mein Gepäck, ging aufs Zimmer, duschen und ab zum Abendessen und gemütlichem zusammen sitzen. Nach dem Essen haben Volker, Florian, Ulf und ich noch einen Spaziergang durchs Dorf unternommen.

Malbun ist definitiv nicht mein Lieblings Urlaubsort.DSC_0120

 

 

 

 

 

Tag 2 ABT, 123,9 km und 2588 Hm
Beim Frühstück teilte uns Tobias mit, das wir auf Grund der Wetterlage etwas abkürzen und den ersten Hügel weglassen. Das war zwar schade, denn ich hatte ja für die Quälerei bezahlt, aber besser darauf verzichten wie den letzten Pass im Gewitter zu fahren.

Nach dem Frühstück ging alles schnell. Die Tretmühle wartete schon. Innerhalb von 17 Minuten waren die ersten 13,7 km abgespult, Schnitt 46 km/h. So konnte es weitergehen. Ging es aber nicht.

Erst fuhren wir ein Stück am Rhein entlang und dann verließen wir Lichtenstein und waren wieder in Österreich. In der Ortschaft Tisis hatte sich Tobias etwas besonderes für uns ausgedacht. Es ging von der Hauptstrasse scharf nach rechts ab und wie sollte es auch anders sein, es ging bergauf.

Für Tobias war das klar, bloß wir kannten dies nicht und so wurden die Schaltungen getestet.

Was soll man sagen, keiner hatte sich verschaltet und jeder fand den richtigen Gang.

Die Strecke war jetzt bis zur ersten Pause etwas wellig. Nach der Pause ging es erstmal wieder runter und weiter Richtung Rankweil.IMG_5983 Auf dem Weg dorthin bekam ich unerwartet Hilfe von Florian. Er kam von hinten und schob mich ein Stück bergauf. Dies nahm ich dankend an, ich konnte direkt 2 Gänge hochschalten. So muss sich ein E-Bike anfühlen. Ich konnte dann noch eine Zeitlang den Windschatten von Florian ausnutzen. In Rankweil war aber Schluß, dort begann der Anstieg zum Furkajoch. Jetzt waren es noch 21 km bis zum Faschinajoch , wo unser nächstes Etappenziel war. Am Anfang ging es mit 5-8% bergauf, hier waren auch wieder 2 Tunneldurchfahrten, die auf Grund des Lärms (Autos oder Motorräder) schrecklich waren. Das 2. Drittel des Anstieges war dann etwas flacher und Marcel wartet wieder mit der Verpflegung auf uns. Trinkflaschen auffüllen, etwas essen und weiter ging es. Nun kamen die letzten 7 km zum Furkajoch. Ich war wieder bei Stefan und passte auf ihn auf. Nicht daß er den Weg zum Hotel verpasste. Es ging teilweise mit 14% bergauf. Stefan war diesmal aber nicht der Langsamste. Ein Teilnehmer konnte hier nicht mehr und wartete bis Marcel mit dem Bus kam. Ich hatte schon meinen Schongang (34/30) eingelegt und kurbelte locker mit teilweise 40 Umdrehungen dem Pass entgegen. Die letzten 400 m waren ganz fies, zur Steigung kam noch Gegenwind hinzu. Das Furkajoch bot außer einer Hütte nichts besonderes und so machte ich mich direkt an die Abfahrt damit ich den Rolf noch vor dem Hotel einholen konnte. Wäre da nicht die Steigung zum Faschinajoch gewesen, ich hätte es nicht geschafft. Direkt am Joch war ich neben Rolf und wir fuhren die letzten Meter zusammen zum Hotel. Das Wetter war auch super, wir konnten noch den Nachmittag bis zum Abendessen auf der Terrasse des Hotels in der Sonne genießen.

Tag 3 ABT, 136,3 km und 1837 Hm
Am nächsten Tag wurde vor dem Hotel noch das obligatorische Gruppenfoto mit Bergkulisse im Hintergrund gemacht. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die ERGler noch einmal separat abgelichtet. Dann ging es wieder los. Die ersten 10 km gingen wieder rasant ins Tal, nun verlief die Strecke erstmal durchs Tal des Bregenzerwaldes. Hier kamen uns in Gruppen Teilnehmer des Tannheimer Radmarathons entgegen. Ab Egg nahmen dann die Steigungen wieder zu und nach der ersten Pause passierten wir die Grenze zu Deutschland und waren im Allgäu. Sofort kam die erste Herausforderung des Tages, der Aufstieg zum Dreiländerblick. 3,5 km lang mit einer durchschnittlichen Steigung von 12 %, teilweise 16-17 %. Nun waren auf einmal immer mehr Teilnehmer am Ende unserer Gruppe. Wahrscheinlich hatten sie die ersten beiden Tage zuviel Körner gelassen, auch war das Wetter am dritten sehr heiß und die Sonne hatte kein Erbarmen mit uns. Ich für meinen Teil fühlte mich noch gut und fuhr weiterhin mein Tempo, ich wollte überleben und gesund nach Hause kommen. Oben wartete die gesamte Gruppe auf die Nachzügler. Es ging rasant ins Tal und weiter nach Oberstaufen und bergauf wieder nach Österreich rein. Hier kam dann die 2. Verpflegungsstation. Tobias entschied hier, das die langsameren Teilnehmer nicht mit über den Pfänder zurück zum Bodensee fahren. Ich fand dies schade und spielte schon mit dem Gedanken sofort loszufahren und vor der Gruppe einen Vorsprung bis zum Pfänder zu fahren. Den Track hatte ich ja auf dem Garmin und ich fühlte mich noch gut. Da ich die zu erwarteten Steigungen aber nicht kannte und die anderen dadurch nicht unnötig warten lassen wollte fuhr ich mit der langsameren Gruppe über Bregenz nach Wasserburg zurück. Wir trafen vor den Anderen am Startpunkt ein und nachdem alle da waren fuhr ein Teil der Gruppe noch zum Bodensee für ein gemeinsames Foto. Es war geschafft, alle waren heil gesund über die drei Tage gekommen.

Mein Fazit, es waren drei schöne Flachetappen und schöne Tage, nur leider zu kurz. Irgendwie war zu wenig Zeit um sich auszutauschen. Ich bin froh, das ich dabei war. Es war nett mit Euch.

Mein Dank auch an Tobias, Marcel und Stefan (der immer, weil er so langsam war, am Schluss der Gruppe fuhr), es war eine klasse Tour.

IMG_6031Werner Sauerwald

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